Aedes de Venustas

Eine Duftoase mitten in New York

1995 haben Karl Bradl und Robert Gerstner ihre einzigartige Aedes de Venustas Boutique in der Christopher Street, mitten im Greenwich Village in New York eröffnet. 2012 gründeten sie ein eigenständiges Dufthaus, das ihre ästhetische Position reflektiert und exzellenten Parfumeuren den Freiraum gibt, mit einzigartigen und authentischen Duftstoffen zu experimentieren.

 

aedes signature edp 1024x1024AEDES DE VENUSTAS – Signature Eau de Parfum

Aedes De Venustas strebt an, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Parfümerie mit ihrem ersten Signature-Duft zu ehren. Aufbewahrt in einem auberginefarbenen Glas, bricht der Flakon mit seinen runden und quadratischen Formen die klassischen Regeln des Designs, welche wiederum auf die einzigartige Duftkomposition in seinem Inneren hinweisen. Die Verschlusskappe wurde einzigartig aufgesetzt und mit den Aedes-Insignien verziert. Der Duft selbst verströmt das barocke und zugleich futuristische Ambiente sowie die Magie der Aedes-De-Venustas-Boutique, sobald er auf die Haut aufgetragen wird. Dem Verstand erschließt er sich nicht sofort, doch das Herz kennt die Antwort sogleich; eine neue Erfahrung umhüllt den Träger, während der Duft wie kein anderer sein sinnliches Gewand um ihn webt. Die erste Begegnung mit Aedes ist eine Begegnung, die niemals vergessen wird.

Die Komposition des Aedes De Venustas Eau de Parfums erschafft eine Welt für sich. Keine Spur traditioneller Duftpyramiden, der Aufbau erweist sich als rund, luxuriös, üppig und macht geradewegs süchtig. Der Chypre-Charakter des Duftes wird im Herzen von einer Rhabarbernote gekrönt. Aedes De Venustas' Signature Eau de Parfum ist die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft der Parfümerie sowie deren Revolutionierung.

Parfumeur Bertrand Duchaufour beschreibt den Duft als „ein Spiel von Säulen in einer ungeahnten und außergewöhnlichen Duftarchitektur, da die grünen Aspekte des Duftes zunehmen, während die schweren und dunklen Noten sowie der Chypre-Akkord nach und nach verschwimmen.“ Auf einem Notizzettel sind viele der Zutaten von Aedes de Venustas' Signature Eau de Parfum zu finden, die von Bertrand Duchaufour persönlich beschafft wurden. Der immer gegenwärtige Vetiver stammt aus Madagaskar, wo Bertrand Duchaufour selbst viel Zeit verbrachte, um die Landwirte zu treffen und einen fairen Handel etablieren zu können.

Der Flakon
Das Design des Aedes-De-Venustas-Flakons wurde von einem Glaskunstwerk aus dem Jahre 1920 inspiriert, das Mitinhaber Karl Bradl auf einem Flohmarkt in Chelsea in New York entdeckte. Zu dieser Zeit planten Bradl und sein Partner Robert Gerstner noch nicht, einen Duft zu entwickeln. Doch das antike Objekt, mit seiner Zamak-Legierung, wurde zu einer symbolischen Muse, die das Konzept zu verschiedenen Luxus-Düften eingab, welche in den kommenden Jahren veröffentlicht werden sollen. Aedes De Venustas' Signature Eau de Parfum stellt den Beginn dieses Projekts dar.

 

iris nazarena aedes 1 1024x1024IRIS NAZARENA

Geheimnisvoll, mystisch, sinnlich… mit seinem Akkord aus Iris und Weihrauch verbindet das neue Eau de Parfum von Aedes de Venustas die kostbarsten und ältesten Duftstoffe der Welt. Die Wiedergeburt der Iris ist eine olfaktorische Reise in die Zukunft der Parfumeurskunst, die ihre Kraft aus deren Wurzeln schöpft.

Die Komposition: Iris Nazarena
Die samtig-weichen Blüten der mystischen Muse verlaufen zu einer Skizze aus subtil ineinander übergehenden Braun-, Violett- und Weißtönen, die eine pudrig-irisierende Handschrift erkennen lassen. Klare Ambrette mit Facetten von Birne, Rose und Moschus taucht die Kopfnoten in ein zärtliches Morgenlicht.

Mit der Rose entfaltet sich ein Hauch floraler Sinnlichkeit, während das harzige Aroma von Wacholderbeere das distinktive Weihrauch-Thema ankündigt. Der grüne, kühle Ausdruck von Sternanis evoziert die skulpturale Natur von Stiel und Blättern, während Patchouli und Vetiver an die Wurzel, umgeben von steiniger, dunkler Erde, erinnern. Der heilige Rauch erhebt sich von den Altären und steigt in Form mineralischer, ledrig anmutender Ranken durch die Noten von Weihrauch, Nelke und Oud hindurch auf …

Das elegante Sfumato findet ihr Echo in der Box aus grauem Samt und dem rauchigen Glasflakon mit Vintage-Appeal. Die Verschlusskappe trägt die für Aedes De Venustas typische Zamak-Legierung in einem barocken Goldton.

Die Muse: Iris Nazarena 
Iris Nazarena, oder auch Iris Bismarckiana, ist eine seltene Schwertlilienart, deren Namen von jenem Ort herrührt, an dem sie hauptsächlich gedeiht: den Bergen östlich von Nazareth. Die Abbildung der verblüffenden Schönheit ihrer Blüte auf einer Postkarte, ihre braunen oder violettfarbenen Flecken und die zarten, bläulich-violetten Maserungen begeisterten Karl Bradl vom ersten Moment an. Und so wurde die Blume zur Muse und Inspiration des zweiten Parfums von Aedes De Venustas.

  

oeillet bengale aedes 1 1024x1024ŒILLET BENGALE

Das Feuerwerk der Blüten
Eine Rose, die einer Nelke gleich eine exotische und würzige Explosion entfacht. Rote, durch Weihrauch geschwärzte Blüten. Aedes de Venustas’ dritte Duftkreation entspringt einer wilden, feurigen und ungezähmten Blüte.

Obwohl der Name des Duftes dem französischen Begriff für Nelke entstammt, ist die „Bengale Œillet“ eigentlich eine Varietät der China-Rose, Rosa Indica caryophyllea, die der Blumenmaler und Botaniker Pierre Joseph Redouté (1759–1840) züchtete.

Die Vision
Eine zukunftsweisende Parfümherstellung, die sich ihrer Wurzeln besinnt. Die bestimmende Note der Düfte von Aedes de Venustas ist Weihrauch, das jahrtausendealte Harz für kultische Handlungen, dem das Parfüm selbst seinen Namen verdankt (das Wort stammt vom lateinischen „per fumare“ – „durch Rauch“). Spitzenparfümeure konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen und einmalige und innovative Duftkompositionen erkunden. Bertrand Duchaufour fügte dem Signature-Duft von Aedes de Venustas eine lebendige Rhabarbernote hinzu. Ralf Schwieger vermählte die Grundnote mit der verwunschenen und mystischen „Nazarena Iris“. Und Rodrigo Flores-Roux vollendet seine Komposition mit der würzigen Schärfe der Œillet Bengale.

Die Muse
Die Rose, die eine Nelke sein möchte. Karl Bradl entdeckte sie beim Durchblättern von Pierre-Joseph Redoutés 1824 erschienenem Buch „Les Roses“ mit botanischen Kupferstichen und war von der wandelbaren Form der Blüte wie verzaubert. Es sind in erster Linie der vieldeutige Name und das Erscheinungsbild der Bengale Œillet und nicht so sehr ihr Duft, welche die dritte Parfümkreation von Aedes de Venustas inspiriert haben.

Das Parfüm: Œillet Bengale
Als die Rose der Nelke ihren Namen stahl, spielte sie mit dem Feuer. Die Nelke ist eine etwas altmodische flamboyante Schmeichlerin, welche Facetten der Rose und von Ylang-Ylang vereint. Aber sie hat eine sprunghafte Persönlichkeit. Wenn man ihrem pudrigen Aroma explosive Gewürznoten hinzufügt, führt dies zu einer Kettenreaktion. Erste Funken versprüht die helle, pfeffrige Bergamotte. Weihrauch entfacht die Duftexplosion. In der Herznote von „Œillet Bengale“ verbinden sich die zitronigen Kopfnoten mit dem süßen harzigen Fond und münden in die blumige Hauptlinie. Oder sind es die mit Schießpulver beschichteten Metallstäbe des bengalischen Feuers?

Schwarzer Pfeffer, Zimt, Kardamom, Nelke, Safran und eine ungewohnt üppige Brise von nach Zitrone, Kräutern und Ingwer duftender Gelbwurz … Ein Feuerwerk der Gewürze, das die roten Blüten schwärzt. Sobald sie nur noch verhalten züngeln, entfaltet sich ein bezauberndes Aroma von Erdbeerküssen. Gezackte Blütenblätter, wie eine Reihe winziger Zähne: diese aus Bengalen stammende Reinkarnation einer Rose hat auch etwas Raubtierhaftes, unerbittlich bahnt sie sich ihren Weg in das weißpfeffrige Herz aus Ambra. Erst durch den süßen Balsam von Vanille, Tolu, Benzoe und Labdanum wird „Œillet Bengale“ schließlich ganz sanft und rollt sich leise schnurrend zusammen.

Der Parfümeur: Rodrigo Flores-Roux
Mit einem Nachnamen, der die Blumen in sich trägt, und den familiären Wurzeln in Frankreich war der Weg von Rodrigo Flores-Roux, der in Mexiko geboren ist, sozusagen vorherbestimmt. Nach seinem Studium der Biologie an der National University in Mexico City absolvierte er 1991 seine Ausbildung an der ISIPCA, der Schule für Parfümkunst in Versailles, mit Auszeichnung. Seither hat der für Givaudan tätige und in New York ansässige Parfümeur über achtzig Düfte kreiert, darunter auch die vielfach gepriesenen Parfüms „Black Cashmere“ (2002) und „Gold“ (2006) von Donna Karan.

„Weniger ist mehr“ war noch nie sein Motto. Vielmehr ist es die mexikanische Vorliebe für das Barocke, die seiner Ästhetik zugrunde liegt sowie die Leidenschaft für exotische Blumen und die Liebe zum Weihrauch – wenn möglich nimmt er diesen immer in seine Duftkompositionen auf. Als langjähriger Berater von Aedes de Venustas war er der erste und einzige Parfümeur, der von Karl Bradl für die Entwicklung von „Œillet Bengale“ beauftragt wurde. Und nicht zuletzt wäre in Mexiko keine Feier ohne „varitas de Bengala“ vollkommen …

 

copal azur aedes 1024x1024COPAL AZUR

Der Weihrauch der Maya, der aus uralten Tempeln aufsteigt. Die Gischt des Meeres und ein Hauch von Urwald, in dem sich ein Jaguar lauernd verbirgt … Copal Azur verströmt die opulente, spirituelle Atmosphäre des ehrwürdigen Ortes Tulum.

Die Muse: Copal, der Weihrauch der Maya
Das dem Weihrauch sehr ähnliche Copal, dessen Name in der Aztekensprache „Weihrauch“ bedeutet, kann aus verschiedenen in Mittel- und Südamerika heimischen Bäumen gewonnen werden. Und wie auch der Weihrauch im antiken Griechenland oder Ägypten wurde es von den Maya und Azteken verbrannt, um die Götter gnädig zu stimmen. In Mexiko wird es heute immer noch für spirituelle Zwecke genutzt. Karl Bradl begegnete der Duft erstmals, als er entlang der Küste der Halbinsel Yucatán durch die weihrauchgeschwängerte Luft in Richtung des Naturreservats „Sian Ka’an“ radelte, was so viel heißt wie „Tor zum Himmel“. Die sanfte Duftwolke aus brennendem Copal, die über dem Restaurant des Casa Jaguar in Tulum hing, dem ökologisch trendigen Resort am Fuße der alten ummauerten Maya-Stadt, bekräftigte seine Inspiration für Copal Azur nochmals.

Der Duft: Copal Azur
So wie die Maya-Festung über Tulums Strandparadies zu ihren Füßen wacht, wird die olfaktorische Landschaft von Copal Azur durch eine markant mineralische Note mit Weihrauch bestimmt. Da das Baumharz Copal nicht als Parfumbestandteil eingesetzt werden kann, werden drei verschiedene Weihrauchextrakte verwendet, um es in all seinen Herz- und Kopfnoten heraufzubeschwören, dabei nimmt es extravagante 30 Prozent der Formel ein.

Die kräftigen Nuancen der Maya-Riviera werden durch ein milchig, nach Kiefern duftendes Gebinde aus brennendem Harz gefiltert. Blau für die Karibik und die klare Tiefe der Cenoten, den unterirdischen Süßwasserpools, wie sie in Yucatán allerorten zu finden sind: ein kühle Brise ozeanischer und salziger Noten. Grün für den üppigen mexikanischen Urwald: ein Aufscheinen von Kardamom im feuchten Unterholz aus Patchouli und Myrrhe. Weiß für die Reinheit von Copal und die unberührten Strände von Tulum: ein leichter Hauch von nach Mandeln duftender Tonkabohne in einer cremigen Note. Bernsteinfarben für den Jaguargott des irdischen Feuers – dem Feuer welches das geheiligte Copal entzündet … Hypnotisch, spirituell und eindringlich – Copal Azur könnte tatsächlich das „Tor zum Himmel“ öffnen.

Der Parfumeur: Bertrand Duchaufour 
Als einer der wenigen klassisch ausgebildeten und selbstständigen Parfumeure, genießt Bertrand Duchaufour mit seinen ungewöhnlichen und äußerst persönlichen Duftkreationen mittlerweile Starstatus unter den Parfumliebhabern sowie große Anerkennung für seine künstlerische Integrität. Er arbeitet gemeinsam mit dem in Grasse ansässigen Unternehmen für hochwertige Luxusprodukte Accords et Parfums, wo seine Düfte von Hand angemischt werden. Als erfahrener Weltreisender mit einem Hang für entlegene Orte und als Sammler von Stammeskunst in musealer Qualität, hat er den Weihrauch zum Markenzeichen seines dynamischen Stils gemacht. Sein Kultklassiker „Avignon“ für Comme des Garçons war 2002 sein erster spezifischer Weihrauchduft.

Copal Azur ist seine dritte Kooperation mit seinen ähnlich von Weihrauch faszinierten Partnern Karl Bradl und Robert Gerstner. Er hat 2008 den ersten Duft von Aedes de Venustas entworfen, der gemeinsam mit L’Artisan Parfumeur entstanden ist, und daraufhin 2012 den Markenduft Aedes de Venustas Eau de Parfum entwickelt. Wer sonst könnte wohl den Weihrauch auf solch überzeugende Weise mit dem küstennahen Urwald vermählen?

 

palissandredor aedes 1 1024x1024PALISSANDRE D'OR

Die fünfte Duftkreation von Aedes de Venustas wirft ein ganz neues Licht auf den uralten Wohlgeruch kostbarer orientalischer Hölzer – mit einer temperamentvollen Palette von verbrannter Sienaerde, hochglänzendem Rot und geschmolzenem Gold.

Die Muse
Dalbergia sissoo bzw. indisches Palisander gab den Anstoß für die fünfte Duftkomposition von Aedes de Venustas; es ist historisch gesehen die bedeutendste Palisanderart in Nordindien. Dabei war es weniger eine spezifische Note des Holzes, vielmehr der Klangs des Wortes „Palisander“ an sich, welcher ausschlaggebend war für die Inspiration. Er erinnert an den Duft feinster orientalischer Schnitzereien und stiller Baumhaine in Asien. „Ich kann keine übermäßig symbolischen Parfums kreieren“, erklärt Alberto Morillas. „Für mich ist eine Parfum eine Melodie.“ Mit Palissandre d’Or entlockt er diesem imaginären Holz eine hypnotisierende Musik …

Der Duft: Palissandre d’Or
Ein milchiges, durch seidig fein poliertes Holz scheinendes Licht. Eine temperamentvolle Palette von verbrannter Sienaerde, hochglänzendem Rot und geschmolzenem Gold … Abstrakt, doch sinnträchtig, bringt Palissandre d’Or die Quintessenz von Alberto Morillas Stil zum Abdruck, wie ihn der Meisterparfumeur in nur drei Worten zusammenfasst: „Geschmeidig, transparent und kraftvoll.“

In dieser überwältigenden olfaktorischen Komposition erhellt kristallklarer indischer Hibiskus – ein natürlicher Moschusduft mit Facetten von Rose, Birne und Iris – die kühlen Gewürze im Inneren: Rosa Pfeffer, Koriander und Muskat. Während sich die glühende Hitze des Zimts entfaltet, öffnet sich das Herz des Duftes und verrät uns sein Geheimnis: ein seltener Sandelholzextrakt aus Sri Lanka. Auf subtile Weise rauchig, weich und mit einem Anflug von Rose gewinnt er noch an Üppigkeit durch die milchige Wärme des Kopaivabalsams und seidigen Patschuliextrakt.

Ein markantes Trio aus Zedernholzessenzen verleiht der herrlichen Komposition Konsistenz und Textur. Frischer und belebender Virginischer Wacholder gibt ihr Vitalität und Tempo.

Das Lapsang-Souchong-Teearoma der chinesischen Zeder und die Rauchigkeit von Juchtenleder, wie sie die Alaska-Zeder verströmt – ein weiterer seltener und neuer Extrakt, der hier von Alberto Morillas vorgestellt wird – hinterlassen ein schillerndes gekerbtes Muster in der feinen Maserung des Holzes.

Der Geruch von Ambrox, eine faszinierende Verschmelzung von warmer, sauberer Baumrinde und sonnengeküsster Haut bleibt als subtile Spur auf dem Körper zurück … Ruhig und geheimnisvoll – Palissandre d’Or ist eine Reise in das Innerste des Holzes.

 

cierge de lune aedes de venustas edp 1024x1024CIERGE DE LUNE

Kühl und klar wie die mondbeschienenen Weiten der Wüste. Samtig und sinnlich wie der Mitternachtshimmel … Die sechste Duftkreation von Aedes de Venustas ist vom Wohlgeruch des geheimnisvollen, nachts erblühenden Mondkaktus inspiriert, der auch Königin der Nacht genannt wird, und offenbart uns die unbekannten Facetten der Vanille.

Die Muse: Die Königin der Nacht
Die Franzosen nennen sie auch „cierge de lune“ oder „großblütige Mondkerze“, eine Übersetzung der lateinischen Gattungsbezeichnung Selenicereus grandiflorus. Da sich die spektakulären Blüten erst nach Einbruch der Dunkelheit öffnen und mit dem Sonnenaufgang schon wieder verwelken, wird dieser Kaktus der Neuen Welt auch als nachtblühender Säulenkaktus oder Königin der Nacht bezeichnet … Man erzählt sich, dass die französische Königin Marie-Antoinette den Blumenmaler Pierre-Joseph Redouté um Mitternacht zu sich gerufen habe, damit er die ergreifende Vergänglichkeit dieser Pflanze festhalten konnte. Heute waren es Karl Bradl und der Parfümeur Fabrice Pellegrin, die den lieblichen Duft dieser glamourösen und schwer fassbaren Muse eingefangen haben.

Der Duft: Cierge de Lune
Kühl und klar wie die mondbeschienenen Weiten der Wüste. Samtig und sinnlich wie der Mitternachtshimmel … Wie die Namensschwester der Blume, die Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte, eröffnet Cierge de Lune ein aufregendes Spektrum, von kristallinen Kopfnoten bis zu den tiefen Basisnoten einer milden Nacht. Fabrice Pellegrin ließ sich vom Aroma des nachtblühenden Kaktus inspirieren – würzige Vanille mit einem Hauch von Weihrauch – und enthüllt die dunklen Seiten der Vanille mit einem unvergleichlichen madagassischen Absolue. Es ist holziger und bernsteinfarbener als ihr tahitianisches Pendant mit einem Anflug von dunkelgelbem Leder und bildet die Herznote dieser Komposition. Ein luftiger Hauch von Hedion verwandelt die wunderbare Schote in eine Kaktusblüte, ihre makellosen Blütenblätter werden durch Ylang-Ylang vollendet. Funkelnde rosa Pfefferkörner schimmern wie Mondlicht in der samtigen Komposition und verleihen ihr Dynamik und Klarheit, während sich schwarzer Pfeffer als faszinierender Grundbestandteil entfaltet, von mineralischen, weihrauchähnlichen Effekten begleitet – ein Verweis auf das olfaktorische Thema der ersten Duftkreationen von Aedes de Venustas – bis hin zu harzigen, rauchigen, dunklen Schokoladennoten … In einer abschließenden Metamorphose verwandelt moschusartiges und von einem Akzent flaumigen Wildleders unterstrichenes Ambrox die nächtliche Blüte in eine dämmrige zweite Haut …

Der Parfümeur: Fabrice Pellegrin
Sein Vater war Parfümeur. Seine Großmutter Jasminpflückerin. Sein Großvater handelte mit natürlichen Essenzen für die Herstellung von Parfüm. Fabrice Pellegrin macht seiner Heimatstadt Grasse, die seit Jahrhunderten das Zentrum der einzigartigen Parfümkunst ist, alle Ehre. In den vergangenen Jahren hat der bekennende Patschuli-Liebhaber – mitunter benutzt er dieses Duftöl pur – sein Talent vor allem für Nischenmarken unter Beweis gestellt. Dafür wurde er 2013 mit französischen Fifi Award ausgezeichnet. Als Parfümeur für Firmenich leitet Fabrice Pellegrin auch die Abteilung für die Entwicklung natürlicher Substanzen in Grasse. Für seine erste Kooperation mit Aedes de Venustas konnte er daher aus einem reichen Fundus schöpfen. „Unser madagassisches Vanille-Absolue kommt der natürlichen Substanz außerordentlich nah“, erklärt er. Und der Extrakt aus schwarzem Pfeffer, den er in der Komposition verwendet „bringt Kindheitserinnerungen zurück“, sagt er und lacht. „Manchmal habe ich meine Nase in die Peugeot-Pfeffermühle gesteckt, um den Geruch frisch gemahlener Pfefferkörner zu riechen.“ Und sein Motto? „Immer nach den Sternen greifen.“ Mit Cierge de Lune hat ihm seine Nase den richtigen Weg gezeigt.

Le Parfum Wien 1., Petersplatz 3, Tel. +43 1 535 39 39

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